Der längste Ort

“Do you need a measure tape?“ Dies waren die Worte, mit denen wir Peter kennenlernten und mit denen eine neue Freundschaft begann.

Nach Ankunft in Napier parkten und schliefen wir an einem wunderschönen Strand in Hawke’s Bay keine 10 Meter vom Wasser entfernt.

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Nach einem morgendlichen Drohnenflug mit Seemövenangriff beschlossen wir einen vor 2 Monaten gekauften Teppich in unserer Fahrerkabine anzubringen. Er sollte der Schalldämmung und Isolierung dienen. Wir nahmen Mass, schnitten ein 2m x 1,50m Stück so zurecht, dass wir es in einem Stück hineinlegen konnten und versuchten zu legen, zu drücken, zu schneiden und zu rücken. Wir müssen von aussen so hilflos ausgesehen haben (ich lag unter dem Lenkrad mit einer Schulter am Schaltknüppel und einem Fuss an der Rückscheibe), dass sich der Herr mit dem Campervan neben uns erbarmte und uns fragte, ob wir ein Massband und eine ordentliche Schere gebrauchen konnten. Zudem erklärte er uns wie man eine Schablone aus einem Bierkarton anfertigt und schnitt alles für uns zurecht. Wie sich nachher herausstellte, war er „builder“, also Hausbauer von Beruf. Praktisch!

Am Abend wurden wir auf einen Kaffee und ein paar Kekse zu Peter und Nada in den Campervan eingeladen. Peter ist Kiwi, Nada ist Maori und die beiden sind das herzlichste und liebevollste Paar, das man sich vorstellen kann. Zugleich sind sie so witzig und haben einen herrlichen Humor. Am nächsten Morgen luden uns die beiden ein sie in Waipukurau, südlich von Napier, zu besuchen und eine Nacht in ihrem Gästezimmer zu verbringen, was wir natürlich dankend annahmen. Wie es bereits zuvor geschehen war wurde aus einer Nacht eine ganze Woche, in der wir etwas über Isolierung, Silikon, Gewächshäuser und Kühe gelernt haben und den allergrössten Spass beim nächtlichen Billard spielen im Wohnzimmer hatten.

Nach einem leckeren Eiskaffee an einem sonnigen Tag fuhren wir zu viert zum längsten Ortsnamen der Welt.

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Übersetzt heisst dies in etwa „Der anerkannte Krieger, der den Hügel herunterkam, um auf seiner Flöte ein Gedenklied an seinen gefallenen Bruder zu spielen“. Wikipedia und “100% New Zealand” übersetzen es so: „Der Riese, der Berge verschlang und auf Steinen den Hügel hinunterglitt, um auf seiner Flöte für seine Liebste zu spielen.“ Ja…

Die Geschichte hinter dem Schild ist interessant und die Strassen, die dorthin führen, winden sich durch das wunderschöne hügelige Farmland Hawke’s Bays. Auf dem Rückweg haben wir Abstecher nach Norsewood und Dannevirke gemacht, wo Wikinger (Johans Vorfahren) vor einigen hundert Jahren gesiedelt hatten. Wir stellten die Theorie auf, dass die Wikinger vor den Engländern in Neuseeland waren, wie es in Amerika der Fall gewesen ist. Als wir andeuteten, dass es sogar möglich wäre, dass die Wikinger vor den Maori hier waren, gab es lauten Protest von der Fahrerin! Also verwarfen wir diese Theorie wieder 😉

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